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Gin auswählen: Mehr als nur Wacholder

Gin auswählen: Mehr als nur Wacholder
Gin Guide Botanicals Gin Tonic Stile

Gin auswählen: Mehr als nur Wacholder – dein persönlicher Guide

Stand: · Lesedauer: ca. 7 Minuten

Inhaltsverzeichnis
    Kurzantwort: Gin auswählen

    Gin muss wacholderdominant sein und mindestens 37,5 % Vol. haben. Entscheidend für deinen Geschmack sind die Botanicals: klassisch wacholderbetont (London Dry), frischer/fruchtiger (Contemporary/New Western), leicht süßlicher für Cocktails (Old Tom) oder fruchtig-herb als Likörvariante (Sloe Gin). Wähle zuerst dein Aromaprofil (wacholder, zitrus, floral, würzig), dann den Stil – und kombiniere mit einem Tonic, das ergänzt statt übertönt. Mit dem Entscheidungsbaum findest du in 1 Minute deinen Startpunkt.

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    Was ist Gin eigentlich?

    Gin ist eine Spirituose, deren prägendes Aroma Wacholder sein muss. Der Charakter entsteht durch sogenannte Botanicals – also Kräuter, Gewürze, Schalen und Wurzeln, die beim Herstellen oder Aromatisieren eingesetzt werden. Genau diese Zutaten machen den Unterschied zwischen „klassisch trocken“ und „modern fruchtig“.

    Merksatz für die Praxis: Wenn dir Wacholder grundsätzlich zu dominant ist, greif eher zu zitrus- oder floral betonten Profilen und kombiniere mit einem leichten Tonic.

    Botanicals: Welche Zutaten prägen den Geschmack?

    Botanicals sind der Werkzeugkasten des Destillateurs: Wacholder liefert das Fundament, Koriandersaat bringt Würze, Zitrusschalen Frische, Wurzeln wie Angelika oder Iris geben Struktur. Moderne Gins arbeiten zusätzlich mit Blüten, Beeren oder regionalen Zutaten – das Ergebnis kann von „Pinie & Pfeffer“ bis „Grapefruit & Kräuter“ reichen.

    Botanicals – schnelle Orientierung
    Aroma Typische Botanicals Passt gut zu
    Zitrus Zitrone, Orange, Grapefruit Leichtes/Neutrales Tonic, Zitronenzeste
    Floral Lavendel, Rose, Holunder Leichtes Tonic, Beeren oder Traube
    Würzig Koriander, Pfeffer, Kardamom Kräftigeres Tonic, Kräuter (z. B. Rosmarin)

    Tipp: Starte beim Pairing immer „zu zurückhaltend“ (leichtes Tonic). Nachwürzen (kräftigeres Tonic, Garnish) ist einfacher als einen überdeckten Gin zu retten.

    Gin-Herstellung: Distilled vs. Compound

    Distilled Gin vs. Compound Gin – der Unterschied

    Bei Distilled Gin werden Botanicals während der Destillation (oder per Dampfinfusion) eingebracht – das Ergebnis wirkt oft klarer und „integrierter“. Compound Gin entsteht meist durch das Mischen von Neutralalkohol mit Aromen/Extrakten und kann einfacher, aber auch sehr aromatisch sein. Für Einsteiger ist Distilled Gin häufig die sicherere Wahl, wenn du ein sauberes Profil suchst.

    Für deinen Geschmack ist nicht nur die Methode wichtig, sondern auch Balance: Ein guter Gin wirkt nicht „alkoholisch-scharf“, sondern zeigt klare, erkennbare Aromen, die zusammenpassen. Wenn du pur probierst, achte besonders auf den Abgang: Bleibt er angenehm und aromatisch oder wird er brennend und kantig?

    Gin-Stile: London Dry, Contemporary, Old Tom, Sloe

    London Dry

    Der Klassiker: trocken, klar, wacholderbetont. Wenn du „Gin wie im Gin Tonic“ suchst, ist London Dry oft der beste Startpunkt – besonders mit neutralem Tonic und Zeste.

    Contemporary / New Western

    Moderne Stile lassen Wacholder oft etwas zurücktreten und rücken andere Botanicals nach vorn: Zitrus, Floral, Kräuter oder Frucht. Ideal, wenn du einen frischen, weniger „pinienartigen“ Gin suchst.

    Old Tom

    Leicht süßlicher, historischer Stil – beliebt für Cocktails, in denen etwas Rundung hilft. Wenn dir klassische Gins zu trocken sind, kann Old Tom ein spannender Kompromiss sein.

    Sloe Gin

    Fruchtig-herb und eher Likör-Charakter (Schlehe). Perfekt, wenn du Gin-Aromen magst, aber etwas Weicheres und Fruchtbetonteres suchst.

    Gin-Sorten vs. Gin-Stile – was ist der Unterschied?

    „Sorten“ wird umgangssprachlich oft für „Stile“ verwendet. Genau genommen beschreibt ein Gin-Stil (z. B. London Dry oder Old Tom) Herstellungs- und Geschmacksprinzipien. Eine „Sorte“ meint eher die konkrete Ausprägung eines Produkts (z. B. ein bestimmter London Dry eines Herstellers). Wenn du suchst, welcher Gin zu dir passt, hilft dir zuerst der Stil – dann die passende Flasche.

    Gin trinken: Pur, Gin Tonic, Cocktail

    Gin ist vielseitig: Pur bekommst du das Botanicals-Profil am deutlichsten. Im Gin Tonic steht die Kombination im Vordergrund. In Cocktails spielt Gin entweder die Hauptrolle (z. B. Martini) oder liefert eine aromatische Basis (z. B. Collins).

    Gin Tonic Basics: Mischverhältnis, Glas, Eis, Garnish
    • Mischverhältnis: Starte mit 1:2 (z. B. 50 ml Gin + 100 ml Tonic) und taste dich an 1:3 heran.
    • Eis: Viel Eis ist besser als wenig – es schmilzt langsamer und verwässert weniger.
    • Glas: Copa/Weinglas oder Highball, je nachdem wie aromatisch du’s willst.
    • Garnish: Ergänzen statt überdecken: Zitruszeste für zitruslastig, Kräuter für würzig, Beeren für floral.

    Welcher Gin passt zu mir?

    Der schnellste Weg ist über Entscheidungsfragen: Welche Aromen magst du? und Wie willst du ihn trinken? (pur, Gin Tonic, Cocktail). Nutze das als Startpunkt – danach kannst du feiner justieren.

    Entscheidungsbaum in 60 Sekunden
    1. Du magst Wacholder klar und trocken? → Starte mit London Dry.
    2. Du willst es frischer, zitruslastig oder floral? → Starte mit Contemporary / New Western.
    3. Du mixst gern Cocktails und magst etwas Rundung? → Teste Old Tom.
    4. Du magst es fruchtig und weicher? → Probier Sloe Gin.
    5. Tonic wählen: Erst leicht/neutral – dann kräftiger werden, wenn du mehr Bitterkeit willst.

    Feintuning: Wenn es bitter wirkt, nimm ein leichteres Tonic oder weniger Garnish. Wenn es zu flach wirkt, probiere ein kräftigeres Tonic oder arbeite mit Kräutern/Zesten.

    Unsicher? Starte hier:

    Wenn du dein Aromaprofil kennst, findest du im Sortiment schnell passende Gins – oder du lässt dich beraten.

    FAQ

    Was bedeutet „London Dry“ genau?

    London Dry ist ein Stil mit trockenem, wacholderbetontem Profil. Die Aromatisierung erfolgt während der Herstellung; nachträgliche Süßung ist stark begrenzt.

    Was ist der Unterschied zwischen Distilled Gin und Compound Gin?

    Distilled Gin integriert Botanicals während der Destillation (oder per Infusion), Compound Gin basiert meist auf dem Mischen von Neutralalkohol und Aromen/Extrakten.

    Woran erkenne ich Qualität bei Gin?

    Achte auf ein klares Aromaprofil (nicht „alkoholisch-scharf“), saubere Zutatenkommunikation, stimmige Balance und passende Trinkempfehlungen (pur oder mit Tonic).

    Welches Tonic passt zu zitruslastigem Gin?

    Leichte, eher neutrale Tonics lassen Zitrusnoten wirken. Sehr bittere Tonics können feine Zitrusaromen überdecken.

    Wie finde ich schnell einen Gin für Einsteiger?

    Starte mit einem ausgewogenen, zitrusbetonten Contemporary Gin oder einem klassischen, nicht zu kantigen London Dry und kombiniere ihn mit einem leichten Tonic.

    Gin pur trinken: worauf achten?

    Leicht gekühlt servieren, kleines Glas, kleine Schlucke. Ein paar Tropfen Wasser können Aromen öffnen – ähnlich wie bei Whisky.

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